Navajeevan („Neues Leben“) ist ein Hilfsprojekt für Straßenkinder in Vijayawada in Indien. Die Einrichtung stellt einen Zufluchtspunkt für Kinder dar, um dem Alltag auf der Straße zu entfliehen. Navajeevan hat bereits vielen Kindern zu einem geregelten Leben verholfen, sei es durch die Rückvermittlung in ihre Familien oder durch weiterführende Bildungsmöglichkeiten.

In der Millionen-Stadt Vijayawada im südindischen Bundesstaat Andhra Pradesh leben tausende Straßenkinder, die ihrem Schicksal selbst überlassen sind. Die Stadt hat daher 1989 begonnen, gegen diese Missstände anzugehen, indem sie die Pater des katholischen Don-Bosco-Ordens beauftragten, sich diesen benachteiligten Kindern anzunehmen. Im Zuge dessen wurde „Navajeevan“ („Neues Leben“) ins Leben gerufen. Die Organisation ist mittlerweile auf 140 Mitarbeiter angewachsen und nicht mehr aus Vijayawada  wegzudenken. Zahllose Kinder konnten in den vergangenen Jahren durch die tatkräftige Unterstützung vieler freiwilliger Helfer von der Straße geholt werden. In der Nähe des Bahnhofs befindet sich zentrale Anlaufstelle von Navajeevan, der „Shelter“. Hier können die Kinder essen, sich waschen und medizinische sowie psychologische Hilfe erhalten. Viele Kinder können in Ihre Familien zurück vermittelt werden oder erhalten ein Zuhause in projekteigenen Wohnheimen. Ein weiterer wichtiger Aspekt ist zudem das Eröffnen von Bildungsmöglichkeiten und damit von neuen Perspektiven.

Mit den Spenden der Hahn Air Foundation wird u.a. ein Ausbildungsprojekt für junge Frauen unterstützt, das es diesen durch die Übernahme von Studien- und Ausbildungsgebühren ermöglicht, Berufe wie z.B. Hebamme, Krankenschwester oder IT-Spezialistin zu erlernen.

Navajeevan ist außerdem im Kampf gegen Kinderarbeit aktiv und gründete zu diesem Zwecke 1997 die Organisation „Bala Vikasa Kendram“ (BVK). BVK zeigt Arbeitgeber an, die Kinder illegal beschäftigen, und ermöglicht den Kindern den Schulbesuch und eine anschließende Ausbildung.

Im Mädchenheim Balika leben derzeit 48 Mädchen im Alter zwischen 10 und 15 Jahren, die oftmals von Kinderarbeit betroffen waren und auf der Straße gelebt haben. In Balika werden sie auf den regulären Schulbesuch vorbereitet und besuchen danach öffentliche Schulen.